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Dipl.-Ing. Univ. Thomas Saxer

Verfasst von Sebastian Lauff am 17. April 2009934 mal gelesen | Kein Kommentar

Dipl.-Ing. Thomas Saxer

Dipl.-Ing. Tho­mas Saxer


Herr Saxer stel­len sie sich vor der ers­ten Frage doch kurz sel­ber vor:
_Thomas Saxer [ts]: Gerne! Ich wurde 1965 in Kuf­stein gebo­ren und kam dann mit 8 Jah­ren nach Deutsch­land. Das Stu­dium ver­suchte ich in mög­lichst kur­zer Zeit zu absol­vie­ren, um schnell ins Berufs­le­ben zu star­ten. 1992 begann ich als ange­stell­ter Archi­tekt und 1998 wagte ich dann den Schritt in die Selb­stän­dig­keit, die ich bis heute ausübe.

Frage 1: Wel­ches war Ihre erste Anstel­lung nach dem Stu­dium?
_ts: Bei Wörle und Part­ner in Mün­chen, wo ich sofort an sehr gro­ßen, sehr inter­es­san­ten und auch sehr for­dern­den Bau­vor­ha­ben mit­ar­bei­ten konnte (Löhrs Carré in Leip­zig und Micro­soft Unter­schleiß­heim, um nur zwei zu nennen).

Frage 2: Warum sollte ein Bau­herr auf jeden Fall mit einem Archi­tek­ten zusam­men­ar­bei­ten?
_ts: Diese Frage stellt sich eigent­lich nur beim pri­va­ten Bauen. Der Archi­tekt ist der ein­zige am Bau Betei­ligte, der die zumeist wider­sprüch­li­chen und immer sehr indi­vi­du­el­len Wün­sche des Bau­wil­li­gen in eine auch bau­bare Phase über­lei­tet. Er plant, hilft bei der Aus­wahl der Unter­neh­mer, kon­trol­liert die Aus­füh­rung ist meist auch nach Bezug noch ein wich­ti­ger Ansprech­part­ner. Diese Funk­tio­nen nimmt sonst nie­mand wahr, zumin­dest nicht auf neu­tra­ler Ebene. Gerade der pri­vate Bau­herr, der nicht mit einer Armada von Rechts­an­wäl­ten sein Bau­vor­ha­ben beginnt, benö­tigt einen ver­trau­ens­wür­di­gen Ansprech­part­ner bei sei­nem Vor­ha­ben, der ihn mit Rück­sicht auf seine (= des Bau­herrn!) Inter­es­sen ans Ziel führt.
Diese Auf­gabe hat der Archi­tekt inne.

Frage 3: Wie wür­den Sie ihren archi­tek­to­ni­schen Stil beschrei­ben?
_ts: Klar, modern, gerad­li­nig. Aber immer im Kon­sens mit dem Auf­trag­ge­ber. Es geht um die Ver­wirk­li­chung der Wün­sche des Kun­den, nicht um die Glo­ri­fi­zie­rung mei­ner Arbeit.

Frage 4: Wel­ches Buch oder wel­chen Film habe Sie zuletzt gele­sen bzw. gese­hen?
_ts: Gele­sen: „Mein Ame­rika: Erin­ne­run­gen an eine ganz nor­male Kind­heit” von Bill Bry­son
Gese­hen: „Sie steht ein­fach nicht auf dich”

Frage 5: Wer sind Ihre Vor­bil­der und warum?
_ts: In beruf­li­cher Hin­sicht habe ich keine Vor­bil­der im eigent­li­chen Sinn. Ich plane und baue so, wie es im Dia­log mit dem Bau­her­ren ent­steht. Sicher gibt es Dinge, die einem am Werk einer Kollegin/eines Kol­le­gen gefal­len, letzt­end­lich dupli­ziert man aber nicht etwas schon Gebau­tes, son­dern erschafft ja etwas Eigen­stän­di­ges.
In mora­li­scher Hin­sicht ist mir jeder Vor­bild, der Rück­grat zeigt.

Frage 6: Ist der Bau­herr König, oder muss ein Bau­herr durch einen erfah­re­nen Archi­tek­ten zu sei­nem Glück geführt wer­den?
_ts: Bei­des. „Wer zahlt, schafft an!” heißt es so schön.
Es geht beim Bauen — wie bereits gesagt — um die Erfül­lung der Bau­her­ren­wün­sche. Doch die Wün­sche des Königs muss ein Archi­tekt mit sei­nem Wis­sen und Kön­nen so len­ken und lei­ten, dass der Auf­trag­ge­ber zufrie­den ist und man sich selbst nicht dabei ver­bie­gen muss.
Dar­über hin­aus gibt es auch eine Umwelt (Natur und Mensch), auf die das Gebaute ein­wirkt. Diese soll so wenig wie mög­lich mit den Aus­wir­kun­gen des Bau­vor­ha­bens belas­tet werden.

Frage 7: Wel­cher Bereich im Archi­tek­tur­stu­dium hat Sie für Ihr Berufs­le­ben am Bes­ten vor­be­rei­tet?
_ts: Betrach­tet man die Hoch­schule, dann gar kei­ner. Ledig­lich die stu­di­ums­be­glei­ten­den Arbeit­s­tä­tig­kei­ten in Archi­tek­tur­bü­ros ver­mit­tel­ten einen wirk­li­chen Ein­druck von der Arbeitswelt.

Frage 8: Von Paul Valery stammt der Aus­druck „Archi­tek­tur ist Stein gewor­dene Musik”. Was uns zu der Frage bringt, wel­che Musik Sie zur­zeit gerne hören?
_ts: Musi­ka­lisch bin ich nicht ein­ge­fah­ren. Ich höre und mag sehr viel unter­schied­li­che Gat­tun­gen. Die letzte CD, die ich gekauft habe, war „Sim­ply Red 25 The grea­test hits”. Und live würde ich sehr gerne Bruce Wil­lis mit sei­ner Band hören, da sie nicht kom­mer­zi­ell auf­tre­ten und es keine Ton­trä­ger zu kau­fen gibt.

Frage 9: Wel­ches Gebäude hät­ten Sie gerne ent­wor­fen und warum?
_ts: Mein eige­nes Wohn­haus, weil das wahr­schein­lich der schwie­rigste Pro­zess über­haupt ist (König = Architekt).

Frage 10: Archi­tek­tur ist … ?
_ts: … die For­mung von (Lebens-)Raum (also etwas Ima­gi­nä­rem) mit (Bau-)Material (also etwas Greif­ba­rem) mit dem Ziel, einen Ort zu schaffen.

Und zum Schluss Frage 11: Wel­che Frage wür­den Sie wel­cher Per­son gerne stel­len?
_ts: Meine ehe­ma­li­gen Prü­fungs­pro­fes­so­ren, warum man einen Diplom­ar­beits­ent­wurf, der nicht „visio­när” son­dern „nur” mach­bar ist, erst mit 6,0 bewer­tet und anschlie­ßend mit 4,0 (damit der Diplo­mand nicht durch­fällt!). Was hat das mit dem wirk­li­chen Leben zu tun?

Vie­len Dank Herr Saxer.
Dipl.-Ing. Univ. Tho­mas Saxer, Archi­tekt
Rot­wand­straße 3
81539 Mün­chen
089 – 74949122
http://www.ap-saxer.com
mail@ap-saxer.com

Über den Author

Sebastian LauffMein Name ist Sebas­tian Lauff, ich bin Archi­tekt und seit 2009 betreibe ich Archimag.de als Hobby. Ich denke damit eine span­nen­den Platt­for­men für Kol­le­gen und allen ande­ren archi­tek­turin­ter­es­sier­ten geschaf­fen geschaf­fen zu haben. Ich freue mich über Eurer Feedback.


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