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Wege aus der Krise: a2haus

Verfasst von spl am 8. Juni 20091,855 mal gelesen | Kein Kommentar

a2haus rendering

a2haus ren­de­ring

Die Archi­tek­tur steckt in der Dau­er­krise und die aktu­el­len wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lun­gen machen die Lage nur noch schlim­mer. Die Krise ist welt­weit wie auch in den Inter­views mit inter­na­tio­na­len Archi­tek­ten zu lesen ist. Jede Krise bie­tet aber auch eine Chance für die, die wis­sen wie man sie am Schopf packt. Ich möchte daher in locke­rer Folge ein paar inter­es­sante Ideen vor­stel­len. Teil­weise sind die Ideen nicht neu, aber den­noch nicht min­der inter­es­sant oder aus­ge­fal­len. Den Anfang macht heute a2haus.

Die Firma a2haus ent­wirft, plant und baut indi­vi­du­elle Archi­tek­ten­häu­ser zum Fest­preis. Der Bau­herr bekommt dabei — und das ist denke ich ein­ma­lig — 3 Ent­würfe von unter­schied­li­chen Archi­tek­ten zu einer sehr gerin­gen Schutz­ge­bühr von 1.000 Euro. Der Favo­rit des Bau­her­ren wird dann geplant und zum Fest­preis umgesetzt.

Der Bau­herr hat bis auf die Schutz­ge­bühr für den „Wett­be­werb” keine Ver­pflich­tun­gen. Die Firma a2haus schreibt dazu:

„Das nimmt vie­len Bau­her­ren in spe übri­gens auch die Hemm­schwelle, sich für unse­ren Weg zu moder­ner Archi­tek­tur zu ent­schei­den. Bei uns gibt es also zu Beginn keine teure Skizze für den Preis von 3.000 bis 5.000 Euro, die dann oft nicht punk­ten kann. Statt­des­sen bekommt der a2-Bauherr gleich drei – und dies kos­ten­frei. Der Wett­be­werb ist unsere Art, den ein­mal begon­ne­nen Dia­log mit dem poten­zi­el­len Bau­her­ren fortzuführen”

Für die Schutz­ge­bühr wird vor dem „Wett­be­werb” ein sehr aus­führ­li­ches Pla­nungs– und Bera­tungs­ge­spräch unter Abar­bei­tung einer stän­dig in Modi­fi­zie­rung begrif­fe­nen Fra­gen­liste mit den zukünf­ti­gen Bau­her­ren geführt. Dar­aus resul­tiert ein sehr umfas­sen­des Pro­to­koll, das dann die Grund­lage soli­der Ent­wurfs­ar­beit bil­det. Im Ergeb­nis die­ser krea­ti­ven Umset­zung der Auf­ga­ben­stel­lung erhält der Auf­trag­ge­ber 3 kom­plette Sätze zeich­ne­ri­scher Ent­wurfs­dar­stel­lun­gen. Neben 3D-Darstellungen der Außen­an­sich­ten in exqui­si­ten und sehr auf­wen­di­gen Ren­de­rings wer­den ein Lage­plan mit Ein­ord­nung des Gebäu­des im Bau­feld und alle Grund­risse präsentiert.

a2haus baut grund­sätz­lich ab 1950€/qm, manch­mal auch dar­un­ter, aber eher sel­ten. Die Ziel­gruppe der Firma sind in der Regel Ü30-Personen, die über das nötige Bud­get ver­fü­gen, also eher der Füh­rungs­ebene ange­hö­ren. Den­noch ist aber jeder willkommen.

Das Kon­zept ist inter­es­sant, da es doch über den grund­sätz­lich ande­ren Ansatz Auf­merk­sam­keit bei den Bau­her­ren erzeugt. Sehr inter­es­sant fände ich was andere Archi­tek­ten von die­sem Ansatz hal­ten. Ist er auch für andere Büros eine alter­na­tive oder wird damit die Ent­wurfs­leis­tung zu preis­wert ver­kauft? Ich würde mich über eine inter­es­sante Dis­kus­sion in den Kom­men­ta­ren freuen.

Um sich ein bes­se­res Bild machen zu kön­nen folgt im Anschluss noch ein Inter­view mit dem Grün­der von a2haus, Herrn Pohle und einige Bil­des von a2haus Projekten.

Herr Pohle, wenn Sie a2haus in einem Satz erklä­ren müss­ten, was wür­den Sie sagen?

_Hanspeter Pohle [hp]: Das Kon­zept von a2haus beinhal­tet Ent­wurf und Fer­ti­gung indi­vi­du­el­ler und zeit­ge­nös­si­scher Eigen­heime, die sich archi­tek­to­nisch von der Masse abhe­ben — jedes ein­zelne ein Unikat.

Herr Pohle, wie wür­den Sie sich sel­ber beschreiben?

_hp: Wie würde ich mich sel­ber beschrei­ben? Ich bin ein viel­sei­tig inter­es­sier­ter, ambi­tio­nier­ter und recht emo­tio­na­ler Mensch mit hohen Ansprü­chen an mich selbst und an das, was ich unter­nehme. Ich bin Opti­mist und arbeite akri­bisch an mei­nen Zie­len. Auf­ge­ben gibt es für mich nicht – man muss manch­mal nur die Per­spek­tive ändern und hin und wie­der neue Wege beschrei­ten. Dar­über hin­aus arbeite ich sehr ziel­ori­en­tiert und mög­lichst krea­tiv. Fair­ness gegen­über ande­ren halte ich für unerlässlich.

Zu mei­nen größ­ten Schwä­chen zähle ich meine man­gelnde Beherr­schung und Ruhe in Extrem­si­tua­tio­nen. Mein Vater bei­spiels­weise besitzt diese Eigen­schaf­ten. Ich hätte sie auch gern in jeder Situa­tion. Mit zuneh­men­dem Alter, ich bin jetzt 43 Jahre alt, arbeite ich immer erfolg­rei­cher an der Opti­mie­rung mei­nes Cha­rak­ters beson­ders in die­ser Hinsicht.

Wel­che Bau­werke lösen bei Ihnen Lei­den­schaft und Emo­tio­nen aus?

_hp: Zu aller erst sind es ganz klar immer die, die ich gerade sel­ber ent­werfe und realisiere.

Fremd­ent­wor­fene Gebäude, die in mir Emo­tio­nen aus­lö­sen, sind bei­spiels­weise das Hiroshima-Gedenkmuseum mit sei­nem Mosa­ik­saal, einem sehr schö­nen Was­ser­spiel und sei­nem durch­dach­ten Kon­zept. Hier wirkt die Archi­tek­tur natür­lich durch die dahin­ter ste­hende Geschichte in höchs­tem Maße – die Erin­ne­rung an mensch­li­ches Han­deln im zwei­ten Weltkrieg.

All­ge­mein beein­dru­cken mich die ver­schie­dens­ten Pro­jekte von Tadao Ando – allen voran seine Kir­che des Lichts, die Kir­che auf dem Was­ser, das Lite­ra­tur­mu­seum in Himeji und sein an Genia­li­tät kaum zu über­tref­fen­des „4×4 Haus“ in Kobe. Die­ses begeg­nete mir auf mei­ner letz­ten Reise durch Japan nur des­halb, weil ich nicht genug Geld für die Auto­bahn­maut gewech­selt hatte und daher eine völ­lig über­las­tete Neben­straße am Meer ent­lang fah­ren musste. Heute halte ich das für eine gran­diose Fügung, denn auf Bil­dern, die ich kannte, sah die­ses Bau­werk nicht halb so beein­dru­ckend aus.

Was wür­den Sie gerne erfin­den und zum Leben erwecken?

_hp: Ich will mich immer wie­der neu erfin­den, immer wie­der neue Wege gehen und dadurch neue Raum– und Wohn­kon­zepte zum Leben erwe­cken. Ich möchte für den jewei­li­gen Kun­den eine inspi­rie­rende und nach­hal­tig nutz­bare Heim­statt erschaf­fen, die weit­ge­hend ohne Über­flüs­si­ges aus­kommt, im Sinne einer Umset­zung eines sich selbst erklä­ren­den, schlüs­si­gen Kon­zep­tes, dass dau­er­haft eine posi­tive Wir­kung auf seine Bewoh­ner entfaltet.

Wei­ter­hin würde ich gerne einen unsicht­ba­ren Coach erfin­den und stets bei mir haben. Der kann mich dann immer und über­all, am bes­ten nur über das Unter­be­wusst­sein – quasi nicht stö­rend — an die Qua­li­tä­ten des Lebens und die wirk­lich wich­ti­gen Bestand­teile des Glücks erin­nern und Über­flüs­si­ges aussortieren.

Ihr größ­tes Ziel?

_hp: Zufriedenheit.

Wie ver­brin­gen Sie am liebs­ten Ihre freie Zeit?

_hp: Mit mei­ner Fami­lie – mit mei­ner Frau und mei­nen vier Kin­dern, mei­nem Bru­der und mei­nen Eltern und Omas und mei­nen acht bes­ten Freun­den. Ich brau­che Men­schen um mich, die mir was bedeu­ten – bes­ser kann man seine freie Zeit eigent­lich nicht nutzen.

In mei­ner Frei­zeit suche ich Ent­span­nung. Diese finde ich zum Bespiel auch im Zeich­nen und Rei­sen. Ich bin immer auf der Suche nach guter Archi­tek­tur und emo­tio­na­len Ver­bin­dun­gen zur Ver­gan­gen­heit. Außer­dem inter­es­siere ich mich für Ölma­le­rei, Plas­tik, Fuß­ball, Bücher und gute Filme.

Mitt­ler­weile kommt immer öfter vor, dass die Gren­zen zwi­schen Beruf und Frei­zeit ver­schwim­men. Meine Arbeit wird zu Beru­fung und ich ertappe mich dabei, wie ich eine attrak­tive Ent­wurfs­auf­gabe schon in der Frei­zeit in Form von Skiz­zen beginne, weil sich meine Krea­ti­vi­tät ihren Weg bahnt. Vor­zugs­weise geschieht dies, wenn es mir aus­ge­spro­chen gut geht.

Wel­ches Buch haben Sie zuletzt gele­sen und wie fan­den Sie es?

_hp: „Hec­tors Reise“ von Fran­cois Lel­ord, eine unter­halt­same lite­ra­ri­sche Suche nach dem Glück und par­al­lel noch ein wei­te­res: Tiziano Ter­ziani „Und noch eine Runde mit dem Karus­sell“, ein posi­ti­ves Buch über die letz­ten Pha­sen eines erfüll­ten Lebens.

Beide Bücher haben – jedes zu sei­ner Zeit – mei­nen Blick für das wahre Glück geschärft.

Wel­che Musik hören Sie zurzeit?

_hp: Eigent­lich alles was Qua­li­tät hat. Bei­spiels­weise das gesamte Oeu­vre der „Eels“, die Film­mu­sik zur „Reise des jun­gen Che“. Wäh­rend mei­ner Rei­sen höre ich meist die von mei­nem mitt­le­ren Sohn extra für mich zusam­men­ge­stell­ten Com­pi­la­ti­ons, die mich immer mit den aktu­ells­ten Independent-Songs konfrontieren.

Und gerade ges­tern habe ich an einer Tank­stelle eine kuba­ni­sche Folk­lo­re­platte gekauft, die mich sehr begeistert.

Haben Sie Visio­nen für die Zukunft?

_hp: Pri­vat: Ich sehe meine Kin­der alle­samt zufrie­den – ein Jedes auf sei­nem Level und nach sei­ner Fas­son – ihr Leben lebend.

Meine Frau sehe ich auch im Alter an mei­ner Seite. Wir genie­ßen unsere ver­diente freie Zeit und bli­cken auf das zurück, was wir durch unser gemein­sa­mes Tun geschaf­fen haben. Mich selbst sehe ich zufrie­den in heute noch unge­ahn­ten Sphä­ren agie­ren und relaxt die Schön­hei­ten der Welt genießend.

Geschäft­lich: Die Marke a2 wird sich wei­ter eta­blie­ren. Ich stelle mir vor, dass auf jedem Kon­ti­nent etli­che hoch­wer­tige a2häuser an mög­lichst attrak­ti­ven Orten ste­hen: an Küs­ten, im Was­ser, auf Ber­gen, in Bam­bus­wäl­dern und in Wei­zen­fel­dern. Gebaut für inspi­rierte und inspi­rie­rende, posi­tive Men­schen, die das Gute und Beson­dere zu schät­zen wissen.

Des Wei­te­ren möchte ich Her­aus­for­de­run­gen meis­tern, die jeden Gestal­ter mit Glück und Freude erfül­len. Museen, eine Kir­che und auch ein Kin­der­gar­ten wer­den – hof­fent­lich stil­voll und im bes­ten Fall zeit­los gut– ent­wor­fen, geplant und umge­setzt sein.

Was bedeu­tet Unter­neh­mens­kul­tur für Sie?

_hp: In ers­ter Linie ver­stehe ich dar­un­ter ein fai­res Mit­ein­an­der aller Mit­ar­bei­ter und Geschäfts­part­ner zum all­sei­ti­gen Nut­zen. Wei­ter­hin möchte ich – das ist schon heute immer öfter der Fall und ich freue mich über die­ses Pri­vi­leg – aus­schließ­lich für Kun­den arbei­ten, die fair, inter­es­siert und kor­rekt mit uns umge­hen. Damit meine ich Kun­den, die mit uns auf einer Wel­len­länge lie­gen und das glei­che Ziel fokus­sie­rend mit uns zusam­men arbei­ten. Nur dar­aus ent­ste­hen zeit­ge­nös­si­sche Bau­ten mit Esprit und mög­lichst einem Unikats-Charakter. All das soll aus der Arbeit auf höchs­tem Niveau, Lebens­weis­heit und damit ver­bun­de­ner Locker­heit resultieren.

Wel­che gestal­te­ri­sche Leis­tung hat Sie am stärks­ten beeindruckt?

_hp: Das ist schwer zu sagen. Es gibt einige archi­tek­to­ni­sche Leis­tun­gen, die mich sehr fas­zi­nie­ren, in ihrer Anmu­tung den­noch sehr unter­schied­lich sind. Für mich war es wohl ein ultra­mo­der­ner Stuhl eines mir unbe­kann­ten Gestal­ters aus dem 10. Jahr­hun­dert, der in einem Vor­raum eines Tem­pels in Kyoto stand. Man kann sich die­sen Stuhl in etwa so vor­stel­len: Schwarz hoch­glanz­la­ckierte gerade Holz­lat­ten, unsicht­bar ver­bun­den in kla­rer Struk­tur. Für mich war es ohne Zwei­fel ein vor­ge­dach­ter „Ger­rit Rietfeld-Stuhl“, erbaut in einer gera­dezu maschi­nel­len Qua­li­tät – ohne erkenn­bare Lack­feh­ler und Maß­ab­wei­chun­gen, gestal­tet in klars­ter Form – und ohne die bun­ten Far­ben des Nach­fol­gers. Für mich war die­ser Stuhl ein Sinn­bild gelas­se­ner und voll­en­de­ter Krea­ti­vi­tät mit einer sagen­haf­ten Langzeitwirkung.

Das zeigt mir, dass man nur äußerst sel­ten der geniale Schöp­fer sein kann. Das meiste wurde irgendwo und irgend­wann schon ein­mal gedacht, gerade in der Archi­tek­tur. Für mich ist das den­noch kein Pro­blem. Die Haupt­sa­che ist, dass man als Archi­tekt nichts kopiert. Fremd­in­spi­ra­tion ist frei­lich erlaubt, aber man sollte diese Inspi­ra­tion wei­ter ent­wi­ckeln und seine eige­nen Vor­stel­lun­gen und Ideen in die Umset­zung eines Bau­wer­kes ein­flie­ßen lassen.

Wel­che Gestal­ter­tu­gen­den hal­ten Sie für die wichtigsten?

_hp: Man darf nie auf­hö­ren, an sich zu arbei­ten, man muss aner­kannte Qua­li­tä­ten hin­ter­fra­gen und sich dem Wett­be­werb stel­len, sei es noch so schwer und schein­bar aus­sichts­los. Von beson­de­rer Bedeu­tung ist eine gewisse Offen­heit in die­sem Beruf. Man sollte immer zugäng­lich für äußere Ein­flüsse und Ideen jün­ge­rer Leute sein, das hält frisch und kreativ.

Wei­ter­hin gehört es immer wie­der zum Beruf, sich zurück zu neh­men und nicht vor­der­grün­dig nach Effek­ten zu haschen. Das fällt mir manch­mal schwer – aber ich arbeite daran, diese Tugend zu erlan­gen. Es ist schwer, nicht belie­big – aber auch nicht zu poin­tiert, indi­vi­du­ell — aber doch ein­fach und klar zu entwerfen.

Wel­chen Ent­wurf hät­ten Sie selbst gern verantwortet?

_hp: Da kann ich kei­nen spe­zi­el­len nen­nen. Lei­der stehe ich immer wie­der vor den Leis­tun­gen ande­rer und staune über deren Qualitäten.

Wel­chen Ihrer Ent­würfe hal­ten Sie für den gelungensten?

_hp: Beson­ders bezeich­nend und gelun­gen ist unser drei­di­men­sio­na­les dop­pel­deu­ti­ges Marken-Logo. Bei der Arbeit am Logo habe ich auch gelernt, Zuar­bei­ten anzu­neh­men, zu bewer­ten und gezielt zusam­men­zu­stel­len. So ent­stand ein Ergeb­nis, mit dem ich – und das ist nicht gewöhn­lich – noch heute nach etli­chen Mona­ten zufrie­den bin und mir immer noch nicht vor­stel­len kann, das sich das ein­mal ändert.

Meine umge­setz­ten Haus­ent­würfe sind alle­samt Uni­kate. Ich habe damals ver­sucht, alle rele­van­ten Gege­ben­hei­ten zu berück­sich­ti­gen. Ich bin mir sicher, dass ich jeden ein­zel­nen Ent­wurf zum jewei­li­gen Zeit­punkt nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen rea­li­siert habe.

Fol­ge­rich­tig kann und will ich kei­nen mei­ner Ent­würfe her­vor­he­ben und muss auch kei­nen als schlecht dekla­rie­ren. Jeder neue Ent­wurf wird einen neuen Aspekt besit­zen, den ich mir eben erst zu Eigen gemacht habe und der somit einen Fort­schritt zum vor­her­ge­hen­den dar­stellt. Das ist der Lauf der Dinge. Wich­tig ist nur Eines: habe ich immer alles Mög­li­che getan, habe ich mich und mei­nen Ent­wurf genü­gend hin­ter­fragt, um das opti­malste und beste Ergeb­nis für seine Bewoh­ner zu erzie­len? Diese Fra­gen kann ich über­wie­gend, und ohne lang zu über­le­gen, mit ja beantworten.

Wel­cher Innen­raum hat Sie am meis­ten beeindruckt?

_hp: Beson­ders beein­druckt hat mich das Hotel­zim­mer eines Hotels an der Inland­see in Japan, von dem aus ich einen Blick auf den im Was­ser ste­hen­den Tori vor Miya­jima hatte. Was die­ses Zim­mer aus­zeich­nete: Ein moder­nes, gerad­li­nig in natur­be­las­se­nem Zedern­holz gefass­tes Pan­ora­ma­fens­ter mit eben die­sem Aus­blick und die an die­sem Abend sowie am fol­gen­den Mor­gen damit ver­bun­dene gefühlte Zufrie­den­heit. Die­ser wun­der­bare Meer­blick, der bequeme Futon auf den Tatami und die ein­fa­che Noblesse der gedie­ge­nen und spär­li­chen Möblie­rung bil­de­ten das Ambi­ente für posi­tive Erin­ne­run­gen an eine fas­zi­nie­rende Japanrundreise.

Ein Raum wirkt auf mich nur dann nach­hal­tig, wenn ich irgend­eine gra­vie­rende emo­tio­nale Erin­ne­rung mit ihm ver­bin­den kann – das­selbe gilt für die Außen­hülle von Gebäu­den. Der Moment und die emo­tio­nale Qua­li­tät ergän­zen die archi­tek­to­ni­sche Wir­kung auf mich – oder eben nicht. Das neue BMW-Headquarter in Mün­chen berührt mich bei­spiels­weise fast nur durch die pla­ne­ri­sche Leis­tung und die hand­werk­li­che Umset­zung, aber es nimmt mich „gefühls­mä­ßig“ nicht gefan­gen. Viel­leicht liegt das auch an der schie­ren Größe und an der mir unan­ge­neh­men Ver­schwen­dung von der­ar­ti­gen Res­sour­cen, zuguns­ten einer gleich­wohl spek­ta­ku­lä­ren Formgebung.

Die Firma a2haus sucht dau­ernd Archi­tek­ten die an dem Wett­be­werbs­pro­zess teil­nah­men möchten.

Noch­mal der Auf­ruf zur Dis­kus­sion. Was hal­tet Ihr von die­sem Konzept?


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