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E10 — Bottrop

Verfasst von Sebastian Lauff am 4. Februar 2010566 mal gelesen | Ein Kommentar
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Der 10. Europan-Wettbewerb ist wie berich­tet ent­schie­den. Das Ver­fah­ren war im Januar 2009 unter dem Leit­thema „Euro­pean Urba­nity“ in 62 Städ­ten aus 19 euro­päi­schen Län­dern aus­ge­lobt wor­den. Die Jury ver­gab ins­ge­samt neun Preise, zwölf Ankäufe und vier Lobende Erwäh­nun­gen für die deut­schen Stand­orte in Bot­trop, Elms­horn, Dessau-Roßlau, Leis­nig, Guben, Hei­del­berg, Forch­heim, Nürn­berg und Mün­chen sowie den pol­ni­schen Stand­ort War­schau. Archi­mag stellt die Gewin­ner vor. Heute:

Bot­trop

Auf­gabe: Die Innen­stadt von Bot­trop soll im Rah­men des Stadt­um­baus West unter Bei­be­hal­tung der poly­zen­tri­schen Sied­lungs– und Ver­sor­gungs­stru­kur gestärkt wer­den. Für die Zukunft des Woh­nens in der Innen­stadt sind die Attrak­ti­vi­tät des öffent­li­chen Raums sowie die Auf­wer­tung und Ver­net­zung der Grün­be­rei­che von beson­de­rer Bedeu­tung. Zusätz­lich wer­den eine Ver­bes­se­rung der Erreich­bar­keit und die Stär­kung der Funk­tio­nen Han­del, Dienst­leis­tung und Kul­tur ange­strebt.
Das Wett­be­werbs­ge­biet liegt im Stadt­um­bau­ge­biet im Bezirk Stadt­mitte im Süden Bot­trops. Die nörd­li­che Grenze bil­det die Hoch­straße, die wich­tigste Ein­kaufs­straße. Im
Süden begren­zen Peter­straße und Esse­ner Straße das Areal. Städ­te­bau­li­che Defi­zite beste­hen im Bereich der Schüt­zen­straße, des Park­hau­ses und Park­plat­zes, sowie in der Peter­straße. Das Areal nörd­lich der Oster­fel­der Straße ist der­zeit als Park­platz genutzt.
Hier bie­tet sich die Chance, ein Ein­gangs­tor in die Innen­stadt zu for­mu­lie­ren. Die ver­schie­de­nen Innenstadt-Funktionen des Gebiets sol­len nach­hal­tig gestärkt und ver­träg­lich mit­ein­an­der ver­knüpft wer­den. Vor­ge­se­hen sind unter ande­rem Maß­nah­men wie das Ent­wick­lungs­kon­zept Woh­nen in der Innen­stadt, die Anpas­sung des Woh­nungs­stan­dards an heu­tige Bedürf­nisse und die Ent­wick­lung neuer Ange­bote für Jugend­li­che. Die Attrak­ti­vi­tät des öffent­li­chen Raums sowie die Auf­wer­tung und Ver­net­zung der Grün­be­rei­che sind von beson­de­rer Bedeutung.

Ankauf DT 188 THE CURIOS INCIDENT OF THE FLOWER TOWERS

von Javier Fernán­dez, Archi­tekt (ES), Ding Ting Chen, Archi­tek­tin (CN)

„Die Ver­fas­ser schla­gen vor, der Innen­stadt von Bot­trop durch ergän­zende Bau­ten und eine umfas­sende Neu­ord­nung und spe­zi­fi­sche Gestal­tung der Frei­räume ein neues,
unver­wech­sel­ba­res Gesicht zu ver­lei­hen. Die Blo­ckin­nen­räume wer­den umge­stal­tet und mit einer öffent­li­chen Durch­we­gung erleb­bar gemacht. Die vor­han­de­nen Plätze sol­len durch spe­zi­fi­sche Ange­bote qua­li­fi­ziert wer­den. Die Aus­sa­gen zur Gestal­tung und Pro­gram­mie­rung der Außen­räume wer­den aber nur durch Beispiel-Images illus­triert und blei­ben dadurch ins­ge­samt sehr vage. Die große Qua­li­tät der Arbeit sieht die Jury im Umgang mit der vor­han­de­nen Bebau­ung und in der stra­te­gi­schen Ergän­zung die­ser zu einer durch­läs­si­gen Block­struk­tur, die durch eigen­wil­lige Turm­häu­ser vita­li­siert wird. Der Vor­schlag, die Wohn­häu­ser aus den 50er und 60er Jah­ren durch Win­ter­gar­ten­ap­pli­ka­tio­nen zu öffnen und zu erwei­tern, erscheint plau­si­bel und rea­li­sier­bar. Die Turm­häu­ser wer­den von der Jury als Impulse gele­sen, die den Innen­stadt­be­reich aus der Masse der flä­chi­gen Wohn­quar­tiere und Sied­lungs­bau­ten des Ruhr­ge­bie­tes her­aus­lö­sen sol­len. Unklar bleibt in der Aus­ar­bei­tung des Ent­wur­fes, nach wel­chen Kri­te­rien diese Stadt­zei­chen in die bear­bei­te­ten Blö­cke gesetzt wer­den. Die außer­ge­wöhn­li­che Typo­lo­gie wird den­noch (kon­tro­vers dis­ku­tiert) posi­tiv bewer­tet, auch wenn die mini­ma­len Grund­flä­chen von 8 x 8 m zu hin­ter­fra­gen sind.“

Ankauf AV 321 WITH THE CITY FOR THE CITY

von Ales­san­dro Guida, Archi­tekt (IT), Viviana Rubbo, Archi­tek­tin (IT)

Die Ver­fas­ser die­ser Arbeit sind offen­bar der Auf­fas­sung, dass es ange­sichts der Leer­stände kei­nen Bedarf an wei­te­ren Ein­zel­han­dels­flä­chen in der Bot­tro­per Innen­stadt gibt. Fer­ner, dass die Innen­stadt über ein aus­rei­chend dich­tes, gut funk­tio­nie­ren­des Netz an öffent­li­chen Plät­zen, jedoch nicht an öffent­li­chem Grün ver­fügt. So ist es nur kon­se­quent, das Herz­stück des Wett­be­werbs­ge­biets als einen zusam­men­hän­gen­den öffent­li­chen Grün­raum auf­zu­fas­sen, der eine ganz neue Auf­ent­halts­qua­li­tät in der Innen­stadt gene­riert. Initia­tor der schritt­wei­sen Umge­stal­tung wird das Park­haus, da es eine Schlüs­sel­stel­lung zwi­schen der Ein­kaufs­stadt und dem pro­jek­tier­ten Grün­raum ein­nimmt. Seine Hybri­di­sie­rung erscheint mach­bar und ist image­träch­tig. Die teils sym­bo­li­schen, teils rea­lis­ti­schen Dar­stel­lun­gen der Topo­gra­fie und Ober­flä­che des Parks pro­pa­gie­ren einen Raum, der vor allem auf­grund sei­ner pro­gram­ma­ti­schen Viel­falt attrak­tiv zu sein ver­spricht. Zudem wird die Künst­lich­keit der Ruhr­ge­biets­land­schaft in ihrer punk­tu­ell beweg­ten Topo­gra­fie an einer Stelle sicht­bar, wo man sie nicht erwar­ten würde. Kon­tro­vers dis­ku­tiert wird die Wohn­qua­li­tät ent­lang der Peter­straße, da die Woh­nun­gen beid­sei­tig an den öffent­li­chen Raum gren­zen. Die For­mu­lie­rung einer Puf­fer­zone ist jedoch denkbar.

Mehr Infor­ma­tio­nen zu E10 — Bot­trop www.europan.de/europan10/sites/bottrop.html
Mehr Infor­ma­tio­nen über den Wett­be­werb bekommt Ihr unter www.europan.de

Die ande­ren Städte wer­den bald bei Archi­mag vor­ge­stellt. Bleib auf dem lau­fen­den mit dem RSS-Feed.

Über den Author

Sebastian LauffMein Name ist Sebas­tian Lauff, ich bin Archi­tekt und seit 2009 betreibe ich Archimag.de als Hobby. Ich denke damit eine span­nen­den Platt­for­men für Kol­le­gen und allen ande­ren archi­tek­turin­ter­es­sier­ten geschaf­fen geschaf­fen zu haben. Ich freue mich über Eurer Feedback.


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