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Einfamilienhaus mit Pool, Winningen (Mosel)

Verfasst von Sebastian Lauff am 20. Juli 20091,666 mal gelesen | 2 Kommentare

Einfamilienhaus mit Pool, Winningen

Einfamilienhaus mit Pool, Winningen

Objektname: Einfamilienhaus mit Pool
Architekt: Mathias Körber, Winningen (Mosel)
Erstellungsjahr: 2006
Standort: Winningen (Mosel)
Weitere Firmen: ABI Andernacher Bimswerk GmbH &  Co. KG, Andernach (Betonfertigteile)

In Kürze vorab

Konstruktionsmerkmale:
Keller und Außenschwimmbad aus SysproPART-Thermowandelementen als Weiße Wanne mit Pentaflex-Fugensystem, Außenwände aus SysproPART-Thermowandelementen, Innenwände und Garage aus SysproPART-Doppelwandelementen, Elementdecken SysproTEC, Fertigtreppen.

Thermisches Konzept:
solare Orientierung, Wärmepumpe mit elektrischer Zusatzheizung, Fußbodenheizung; Jahresheizwärmebedarf: 12,7 kWh/a, das entspricht Passivhaus-Standard.

Geräumiges Einfamilienhaus mit Pool

Dem Architekten Dipl.-Ing. Mathias Körber wurde als Zielvorstellung ein geräumiges Haus mit gutem Raumklima und solider Bauweise genannt. "Am Besten aus Beton." Der verfasste Entwurf sah dann ein  Einfamilienhaus mit großzügigem Grundriss vor, bei dem die Betonfertigteilbauweise in Konsequenz umgesetzt wurde, bis hin zum Schwimmbad. Am Anfang der engen Zusammenarbeit zwischen Bauherr und Architekt stand die Grundstückssuche. Schon in dieser Phase werden die Weichen für die späteren thermischen Qualitäten des Hauses gestellt. Das schließlich gefundene Grundstück hat eine gute Ausrichtung zur Sonne. In der Planungsphase konkretisierten sich ein südlich orientierter, winkelförmiger Grundriss und ein teilunterkellerter Baukörper mit Wintergarten, Doppelgarage und voll ausgebautem Dachgeschoss.

Die Umsetzung der Bauidee in ein Maximum an Betonfertigteilen erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen dem Planer und der Firma ABI Andernacher Bimswerk, einem langjährigen Mitglied der Syspro-Qualitätsgemeinschaft mit entsprechendem Know-how für Präzisionsbauteile aus Beton mit und ohne Kerndämmung.

Das Fertigteilwerk setzte die Pläne des Architekten in CAD-Konstruktionspläne um; der Datenaustausch erfolgte rein digital. „Papier“ gab es dann erst als Werkpläne für die Montage auf der Baustelle. Die Produktionsphase im Werk, genauer: der Zeitraum zwischen Planfreigabe durch den Architekten und Anlieferung der Fertigteile zum Montagetermin, dauerte jeweils etwa zwei Wochen. Als wichtig für einen reibungslosen Bauablauf nennt Mathias Körber das gute Feedback des Fertigteilproduzenten wie auch eine konsequente Bauüberwachung.

Bauphase

Der Rohbau entstand im März 2006 binnen von drei Wochen. Die Montage des Kellers wurde binnen einer normalen Tagesschicht erledigt, ebenso die Montage des Erdgeschosses. Im April waren dann Zimmermann und Dachdecker an der Reihe, danach die Innenausbaugewerke, und im August konnte der Bauherr Einzug halten. Und zwar in ein Haus, in dem von Anfang an ein gutes Raumklima – ohne Baufeuchte – herrscht.

Das ausgeklügelte Rohbaukonzept, optimiert für den zeitsparenden Einsatz von Betonfertigteilen und eine hohe bauphysikalische Qualität, beginnt mit einer gedämmten Bodenplatte als Teil einer Weißen Wanne. Es setzt sich fort mit Elementwänden und dem Fugendichtungssystem Pentaflex. Die Außenwände in Keller und Obergeschossen sind Thermowandelemente mit integrierter Kerndämmung; der Wandaufbau: 6 cm Beton- Außenschale, 10 cm Dämmschicht (Styropor WLG 035), 14,5 cm Ortbetonverguss, 6 cm Beton-Innenschale, Gesamtdicke 36,5 cm. Ungedämmt ausgeführt wurden die Wände der Doppelgarage und die tragenden Innenwände; Wandaufbau: 6 cm Außenschale, 6 cm Ortbetonverguss, 6 cm Innenschale, Gesamtdicke: 18 cm. Nicht tragende Innenwände sind Gipskartonständerwände. Der Rohbau eines solchen Einfamilienhauses mit Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss gliedert sich vereinfacht in fünf Phasen:

1. Ausschachtung, Betonieren der Bodenplatte mit Anschlussbewehrung für die Kellerwände.

2. Montage der Kellerwände und der Elementdecke, Betonieren von Wänden und Decke.

3. Montage des Erdgeschosses und der Geschossdecke, Betonieren von Wänden und Decke.

4. Montage und Betonverguss von Giebelwänden und Drempel.

5. Erstellen von Dachstuhl und Dachdeckung.

Vorzüge der Bauweise

Damit alle Vorzüge dieser Bauweise zum Tragen kommen, muss der Bauherr freilich „Planungsdisziplin“ zeigen. Das heißt, er muss sich frühzeitig festlegen, wo z. B. Steckdosen hinkommen sollen, denn Leerrohre und –dosen für die Installationen werden als Einbauteile im Produktionsprozess in die Elementwände integriert. Die Vorfertigung mit Einbauteilen beschleunigt hingegen die Ausbaugewerke. Für die Haustechnik brauchen dann keine Schlitze mehr gestemmt zu werden. Die Betonoberflächen der Wandelemente sind schalungsglatt und können, nach Verspachtelung der Fugen, direkt dem Maler anvertraut werden. So wurde die Fassade nicht verputzt, sondern lediglich mit einer Silikatfarbe gestrichen.

Besondere Erwähnung verdient das Wärmeschutzkonzept des Hauses, das ganzheitlich angelegt ist und mit Primärenergie sehr sparsam umgeht. Nicht das einseitige Ausreizen von U-Werten, sondern ein gesunder Mix aus Dämmung und dem Zulassen solarer Gewinne war die Maxime. Die Speichermasse der Betonwände bringt guten Schallschutz mit sich und puffert auch die Spitzen des Temperaturverlaufs ab. In Verbindung mit der Beschattung durch einen breiten Dachüberstand ergibt sich ein guter sommerlicher Wärmeschutz. Der Blower-Door-Test zeigte, dass die Gebäudehülle keinerlei Wärmelecks aufweist. Kernstück der Haustechnik ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe; sie erzeugt in erster Linie Wärme für die
Heizung der Wohnräume mittels Fußbodenheizung. Im Sommer kann auf die Fußboden-„Heizung“ auf Kühlung umgeschaltet werden. Bei sehr kalter Witterung springt eine elektrische Zusatzheizung ein.

Das gewisse Extra

Als „Extra“ leistete sich der Bauherr einen 8 mal 4 Meter großen Swimmingpool im Garten. Konsequent in der Verwendung von Betonfertigteilen, plante Architekt Körber
auch hierfür Elementwände ein: das Prinzip der Weißen Wanne einfach umgedreht, mit dem Wasser innen. Der Schwimmbadbauer empfahl, das Betonbecken nicht – vergleichsweise aufwendig – zu verfliesen, sondern mit Folie auszukleiden. Um die Badesaison zu verlängern, kann das Wasser von Wärmepumpenheizung des Hauses temperiert werden.

Bildnachweis: Alle Fotos und Zeichnungen von Mathias Körber

Dipl.-Ing. (FH) Mathias Körber, Freier Architekt
Bachstraße 16-18
56333 Winningen

Über den Author

Sebastian Lauff Mein Name ist Sebastian Lauff, ich bin Architekt und seit 2009 betreibe ich Archimag.de als Hobby. Ich denke damit eine spannenden Plattformen für Kollegen und allen anderen architekturinteressierten geschaffen geschaffen zu haben. Ich freue mich über Eurer Feedback.


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